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Oliver Kälberer
La Notte del Principe

für Zupforchester
mit Cymbal, Glockenspiel und Gesang

I. Eclipsis
II. Tenebræ factæ sunt (Gesualdo)

Hintergrund der Komposition „La Notte del Principe“ (Die Nacht des Fürsten) ist das Leben und Leiden von Don Carlo Gesualdo (1566–1613). Neben seinem Wirken als italienischer Renaissancefürst in Venosa erlangte er hauptsächlich auf Grund seines kompositorischen Schaffens, von dem u.a. Responsorien zur Karliturgie, Motetten und Madrigale erhalten sind, eine nachhaltige Bedeutung. Stationen seines Lebens – etwa die Untreue seiner ersten Frau, die daraufhin unter ungeklärten Umständen erdolcht wurde – führten immer wieder zu Mutmaßungen über einen etwaigen biographischen Einfluss auf seine Werke. Oliver Kälberer greift einen Teil des Karfreitagsresponsoriums – Jesus Christus am Kreuz – in seiner Komposition auf, um Gesualdos Musik mit den eigenen assoziativ-emotional entwickelten Klangvorstellungen zu verbinden, die auf den Eindrücken der Figur Gesualdos basieren. Der erste Teil des Stückes ist mit Eclipsis (Sonnenfinsternis) überschrieben und versinnbildlicht damit das Verbergen aber vielmehr noch das Sichtbarwerden sonst oft nicht wahrgenommener Details, in der Realität aber auch in der Musik.

Dr. Stefanie Rauch