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Michael Prætorius (1571–1621)
Französische Tänze

Bransle simple · Bransle de Poictou · Bransle de Montirande
Gavotte · Sarabande · Courante · Bransle Gay Double
Ballet · Ballet du Roy · Volte

für Zupforchester bearbeitet von Oliver Kälberer
Dauer ca. 15 Min.

Auszug aus dem Vorwort:

Die vorliegende Zusammenstellung ist eine kleine Auswahl aus den 312 französischen Tänzen, die Michael Prætorius gesammelt, eingerichtet, durch Mittelstimmen ergänzt und schließlich mit einem ausführlichen Vorwort versehen am 4. März 1612 in Wolfenbüttel seinem Fürsten, dem Herzog von Braunschweig und Lüneburg gewidmet hat.

Für diese Bearbeitung wurde der Notentext größtenteils unverändert übernommen. Zugunsten einer besseren Lesbarkeit wurde oft die Taktart geändert. Außerdem wurden diminuierte Wiederholungen, eine Perkussionsstimme sowie Angaben zu Tempo, Artikulation und Dynamik hinzugefügt.

Für eine Aufführung ohne Kontrabass oder zu seiner Verstärkung sowie für die Ausführung der solistischen Teile ist die Kontrabass-Stimme auch als „Gitarre 2“ beigefügt. Um eine Aufführung der fünfstimmigen Sätze auch im Quartett zu ermöglichen, liegt außerdem eine „Gitarre solo“ bei, die die vierte und fünfte Stimme in sich vereint.

Alle Angaben und Ergänzungen des Herausgebers sind nur als Anregungen zu verstehen. Die Möglichkeiten, diese Art von Musik zu interpretieren, sind so zahlreich und vielfältig, dass sich jeder geleitet von seiner Phantasie und seinem Geschmack eine eigene Fassung zurechtlegen kann. Zur Inspiration hier noch einige Zitate aus dem Vorwort von Michael Prætorius:

Über Takt und Tempo: „Kan also ein jeder diese vnd dergleichen Sachen nach vorgedachter vnd verstandener art vnd weise, wie es ihme zum bequem- vnd füglichsten zuseyn deuchtet, tractirn vnd vben.“„…vnd stehet eim jeden frey, wie er sie tactiren oder tractiren wolle.“

Über Wiederholungen: „Auch kan man solchen vnd dergleichen Sachen (…) eine sehr gute Gratiam vnd Liebligkeit geben, wenn bißweilen eine Repetition vmb die ander, bald still vnd heimblich, bald wiederümb starck vnd lautklingend musiciret wird.“

Über sein Anliegen: Die Musiker sollen „…anleitung, vrsach vnd vorschub haben (…), ihre Partes vnd Instrumenta zur Hande zunemen, die Cantiones auffzusuchen, die Instrumenta rein vnd ohn falsch einzustimmen vnd zu intoniren, vnd sich also zum anfang einer guten Music zu præpariren, biß der Organist seine Tocatam oder Phantasiam geendiget, vnd alßdann ingesämpt mit vollem hauffen, in Gottes nahmen, ein gut Concert, Mutet, Madrigal, oder auch ein Pavan vnd dergleichen zu musiciren…“

Quelle:
Michaëlis Prætorij, C. / TERPSICHORE, Musarum Aoniarum QVINTA. / Darinnen Allerley Frantzösische Däntze vnd Lieder / Als 21 Branslen, 13 Andere Däntze mit sonderbaren Namen, 162 Couranten, 48 Volten, 37 Balletten, 3 Passameze, 23 Gaillarden, vnd 4 Reprinsen. / Mit 4, 5 vnd 6 Stimmen. / Wie dieselbige von den Frantzösischen Dantzmeistern in Franckreich gespielet, vnnd vor Fürstlichen Taffeln, auch sonsten in Convivijs zur recreation vnd ergötzung gantz wol gebraucht werden können. / CANTVS. / ANNO 1612.